Gabriele Hartmann

Boulevardblatt


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"Boulevardblatt"
12 Tan-Renga von Rita Rosen und Gabriele Hartmann
Faltbuch, Handarbeit, A7 aus A4, 2016


Rezension: Rüdiger Jung

Ein Boulevardblatt ist eigentlich eine Zeitung, die unter dem Vorsatz, „dem Volk aufs Maul zu schauen“ selber – vorsichtig ausgedrückt – prägend wirkt. Das zieht Missverständnisse nach sich, die gewiss nicht durchweg zu den kreativen zu rechnen sind. Ein Beispiel protokollieren die beiden Autorinnen:

Grenzüberschreitung

die Fremden singen,

singen
     das Boulevardblatt schreibt

     sie weinen
GH / RR

Für mich kulminiert die Lektüre in der Rückkehr zur Anfangszeile: eine reale Grenzüberschreitung hat sich in eine andere, nicht minder reale „Grenzüberschreitung“ (nunmehr des Boulevardblatts) gewandelt. Mich lädt das ein, dem Boulevardblatt das „Boulevardblatt“ zu entreißen und es unter der Hand in etwas anderes zu verwandeln. Schließlich könnte ein Boulevard auch zum Flanieren verlocken – an der Hand zweier bemerkenswerter Lyrikerinnen. Ob sich dabei die Auflagenzahl des Boulevardblatts in seiner ursprünglichen Bedeutung halten lässt, erklären wir für nebensächlich.

Liebesbank

ein Schmetterling nimmt Platz
auf meiner Brust
     der Roman

     gleitet zu Boden
GH / RR

Auch ein geglücktes Zusammenspiel der beiden Haiku-Kennerinnen und -Könnerinnen!

Mirabellen

meine Welt

voller Steine
     ausgespuckt in den Pool

     bringt der Hund sie zurück
GH / RR

Eine Anmutung von Dekadenz. Wer denkt da nicht an Schillers berühmte Ballade „Der Ring des Polykrates“; an den Tyrannen, dessen unerhörtes Glück den Neid der Götter und damit sein Verderben heraufbeschwört?

geleerte Gläser

über dem Markt

Sternschnuppen
     wir wünschten
     es gäbe mehr
RR / GH

Mehr Gläser, Märkte, Sternschnuppen, Wünsche? Gerne. Und mehr Tan-Renga von solcher Qualität.

Rezension: Traude Veran

So eine Menge Rezension um so ein winziges Büchlein!

Zuerst habe ich es gar nicht gefunden in Gabrieles steifem Umschlag mit allerhand anderem Inhalt. Nun steht es vor mir, gebaut wie ein winziges Kastellchen aus einem Din A4-Bogen, zu A7 gefaltet und aufgeschnitten, blau bedruckt.

12 Tan-Renga. Mehr gehen nicht auf so wenig Papier, wenn man dann auch noch Umschlag spielt. Bunte Vielfalt, Herzklopfen-Bilder, von der sich jede Boulevardzeitung egal in welcher Sprache etwas abschauen könnte: von Ebay bis Schmetterling auf einer Seite. Bon-say eben!

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      Boulevardblatt
      seit 2016
      im bon-say-verlag
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